Hallo aus Hamburg

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Dan
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Hallo aus Hamburg

Beitragvon Dan » Do 10. Dez 2015, 16:49

Meine Probleme mit meinem Ohr begannen als ich noch ein kleines Kind war, damals hatte ich eine schwere Mittelohrentzündung und habe mich nie davon erholen können. Ich bin Jahrgang 1978 und wurde bereits 5 Mal operiert. Bei der zweiten OP - als ich ca 10 jahre alt war - hatte man mir Plastikteile ins Ohr eingeführt. Zu den damaligen Zeiten waren derartige Operationen nicht unüblich. Es hat jedoch nichts gebracht... ich musste teilweise zweimal pro Woche zum HNO-Arzt um das Ohr zu reinigen. Laut dem Arzt durfte ich nicht am Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen.
Als ich 18 Jahr war wurde mein Ohr zum dritten Mal operiert. U.a. entfernte man sämtliche Plastikteile - insgesamt hat die OP 4 bis 5 Stunden gedauert. Diese OP stufe ich als erfolgreich ein, da ich seitdem etwas besser hören kann und ich nicht mehr so oft zum Arzt rennen musste.

Mit der Zeit wurde mein Ohr aber mehr und mehr feuchter, so dass die vierte OP erfolgte als ich 25 Jahre alt war (in Düsseldorf, Heerdter Krankenhaus). Diese Radikalhöhlen Revision war jedoch ziemlich erfolglos, bereits nach wenigen Wochen nach der OP wurde das Ohr stark feucht und ich musste wieder alle 2 Wochen zum Arzt rennen. Diese ewige Rennerei zu den Ärzten ist manchmal brutal....

Mit 32 erfolgte die 5.te OP in Buchholz (bei Hamburg) bei Dr. Johann-Peter Luhn. Er reinigte das Ohr komplett und verkleinerte die Radikalhöhle. Diese OP stufe ich als die bisher erfolgreichste ein, denn drei Jahre nach der OP war ich im Schnitt "nur "einmal alle drei Monate beim HNO-Arzt zur Kontrolle. Doch dann fing es wieder an zu laufen, es entstehen "Pilze" die Schmerzen verursachen. Mein Arzt sagt, dass er höchstens 1,2 Leute kennt die eine größere Radikalhöhle haben als ich. Ich müsste eigentlich demnächst wieder operiert werden, damit die Höhle weiter verkleinert wird. Doch ich lasse mir damit noch etwas Zeit, denn momentan habe ich nicht die geringste Lust wieder in ein Krankenhaus zu gehen. Habe die Schnauze langsam voll... Aber die OP lässt sich wohl nicht vermeiden.

Was ich übrigens sehr schlimm finde: Es gibt HNO-Ärzte die sich garkeine Mühe geben das Ohr zu reinigen. Viele verschreiben einem nur Ohrentropfen - doch meiner Erfahrung nach taugen Ohrentropfen garnichts. Viele Ärzte sagen dem Patienten nach der Bahndlung nichtmal wann oder ob sie wiederkommen sollen. Es kam schonmal vor, dass der Arzt das Sauggerät nur 1 bis 2 Sekunden lang in mein Ohr einführte, obwohl mein Ohr zu dem Zeitpunkt klatschnass war und ich starke Schmerzen hatte (Praxis Dr. Barz / Dr. Feilscher in Wandsbek Hamburg anno 2005. )
Mittlerweile bin ich bei einem sehr guten HNO-Arzt aus Hamburg. Dieser reinigt jeden Winkel meines Ohres und führt anschließend einen Streifen ins Ohr, den ich 24 Std später selbst entferne.

Wie sieht eure Leidensgeschichte aus? Würde mich sehr über Beiträge mit ähnlichen Problemen freuen.

Viele Grüße
Dan

Update 06/2017
Meine 6.te OP steht an. In Oktober 2017 wird es soweit sein.

dbossert
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Re: Hallo aus Hamburg

Beitragvon dbossert » Sa 2. Sep 2017, 08:39

Hallo aus Bamberg,
wenn ich Deine Geschichte lese so ist diese ähnlich wie bei mir. Auch ich hatte als Kind schwere Mittelohrentzündungen. Allerdings bin ich Jahrgang 1942 und wurde 1957 im Fürther Krankenhaus von Dr.Schmalz am linke Ohr operiert wie damals üblich eine Radikalhöhlen OP.
Dann begann auch ein langer Leidensweg bis heute mit 74, immer 4 wöchentlichen Besuch bei dem Operateur Dr. Schmalz in Fürth und ab 1962 in Bamberg bei Dr.Stania in Bamberg. Das war immer mit unangenehmen Schmerzen verbunden und von Zeit zu Zeit wurde eine schmerzhafte, blutende Polyp entfernt, ohne Narkos . Dies machte ich mit bis ca 1974 da wurde ich an die Uni Klinik nach Erlangen verwiesen, wegen neuer Behandlungsmethoden bei Radikalhöhlen OP's wie du schreibst einsetzen von Plastik.
Diess HNO OP habe ich nicht durchgeführt. Denn ich sollte mich zu erst einer Herzklappen OP unterziehen, war mir bis zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt, Erkenntnis der Voruntersucheung, sowie das entfernen der Mandel. Dies HNO OP liest ich dann nicht durchführen, da ich zu der damaligen Zeit keine Probleme mit dem Herz beziehungsweise mit den Mandel hatte. Die folge war ich ging zu keinem HNO Arzt mehr.
1994 mußte dann doch eine Herzklappen OP erfolgreich (künstliche Aortenherzklappe) in der Uni Klinik Erlangen durchgeführt werden. HNO OP nein Ich verschwieg die Schwierigkeiten meines Ohrproblemes bis 2013 wo ich bedingt durch eine Sturz mir einen Titinus einfing. Dann kam ich zu Dr.Schober in Bamberg. Dieser versuchte nun alles, auch den letzten Winkel im Ohr und das bis heute, dieses nässende Ohr hinzubekommen, leider ohne den Erfolg, dass die Nässung dauerhaft nicht mehr ist.
Seid 2013 bin ich alle 4 Wochen zum säubern (Saugen und einbringen einer besonderen Salbe, vorher hatte ich dan Streifen bekommen) ist zwar nicht immer angenehm, aber ich habe 4 Wochen keine Probleme.
Nachdem Dr.Schober aus Altersgründen nächstes Jahr in Ruhestand geht und Dr.Schober mich aufklärte, das die nachwachsenden HNO Ärzte dieses Ohrenreinigen nicht mehr so gründlich durchführen (wollen) was traurig ist, hat er mir geraden mich von eine Kollegen in München untersuchen zu lassen.
Vor einem Jahr war ich dann auf anraten von Dr.Schober bei seinem Kollegen in München Dr.Kotz, der diese alte OP Methode kennt und OP's der Radikalhöhle durchführt. Ja das kann man heute operieren mit einbringen von Knorpel aus der Ohrmuschel und Knochenmehl, aber er war nicht so sehr begeistert auch wegen meiner Herzgeschichte. Dies sollte wenn ein HNO OP, dann in einer Klink mit Herzspezialisten durchgeführt werden.
Nun stehe ich vor dem Problem ja oder nein. Die Entscheidung steht noch aus, habe noch ein Jahr Zeit!!!!!!

Dan
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Re: Hallo aus Hamburg

Beitragvon Dan » Mo 16. Okt 2017, 09:18

Hallo,

Danke für deinen Beitrag, da gibt ja tatsächlich einige Parallelen zwischen uns. Interessant und traurig leider finde ich deine Äußerung

"Nachdem Dr.Schober aus Altersgründen nächstes Jahr in Ruhestand geht und Dr.Schober mich aufklärte, das die nachwachsenden HNO Ärzte dieses Ohrenreinigen nicht mehr so gründlich durchführen (wollen) was traurig ist,... "

Wie ich bereits schrieb, habe ich diese Erfahrungen auch oft gemacht. Es gibt aber Ärzte die sich wirklich Zeit für die Patienten nehmen. Es gibt sie zwar nicht oft, aber es gibt sie... Mein jetziger HNO Arzt ist Anfang 40 und ich habe Glück ihn kennengelernt zu haben, denn er gibt sich richtig Mühe mein Ohr trocken zu machen. Er geht sogar manchmal mit seinen Knien auf den Boden um die oberen Winkel im Ohr zu erreichen. Er war mit dem Sauger ca. 6 bis 8 Minuten im Ohr, danach hat er noch feuchte Stellen mit Watte umstückten Instrumenten gesäubert und anschließend kam ein Streifen rein, den ich 24 Std später selbst entfernt habe. Dieser Streifen war übrigens ca 50 cm lang.... Mein Arzt sagt immer: "Sie können froh sein mich zu kennen,.... andere HNO Ärzte in der Nähe geben sich kaum Mühe für solche Ohrreinigungen".
(Übrigens, falls hier jemand aus Hamburg ist und hier ähnliche negative Erfahrungen mit HNO Ärzten gesammelt hat, dann kann ich ihm gerne meinen Arzt weiter empfehlen, gerne eine private Nachricht an mich....)

Was ich an dieser Stelle auch gerne als Ratschlag geben möchte: Sollte jemand ähnliche Probleme mit seinem feuchten Ohr haben und wird er nur ganz kurz behandelt, so dass man das Gefühlt hat, "das reicht mir nicht": Dann bitte unbedingt einen anderen HNO Arzt aufsuchen!

Nun denn, meine OP fand gerade statt, die sechste OP bisher schon... Am 04.10., sind jetzt elf Tage her. Ich bin in Hamburg St. Georg in der Asklepios Klinik von Dr. Ehsani operiert worden. Meine recht große Radikalhöhle wurde verkleinert, indem sie quasi vergrößert wurde: Er hat die Kanten abgeschliffen. Dies soll für eine größere Luftzufuhr sorgen. Außerdem hätte ich eine "sehr tiefe Tasche" gehabt, diese wurde mit Knorpel gefüllt. Nach der OP teilte er mir etwas mit, was ich bisher gar nicht wusste: Bei mir befindet sich ein vertikal angebrachter Knochen, der zum einen Gehörknöchelchen zum anderen führt, quasi eine Brücke. Er sagte, sowas hat man früher ganz oft gemacht, hat aber fast nie funktioniert und deshalb hat man es sein lassen. Doch laut meinem Hörttest hat es bei mir was gebracht, sagt er. Deshalb wollte er bei der OP keine weiteren Arbeiten durchführen um mein Hören zu verbessern, zumal sich dort der Gesichtsnerv befindet.

Aktuell habe ich noch eine Tamponade im Ohr, die drei Wochen nach der OP entfernt werden muss. Ob sich die OP gelohnt hat, kann ich aktuell noch nicht sagen. Ich bin aber guter Dinge, da Dr. Ehsani angeblich einer der besten HNO Operateure in Norddeutschland ist. Er befindet sich grade in Rente, er arbeitet nur an Donnerstagen und dann operiert nur er hauptsächlich. Erfolgreich ist die OP für mich erst dann, wenn ich nicht regelmäßig zum Arzt rennen muss um das Ohr zu reinigen und trocken zu machen. Dass ich auf dem Ohr nicht so gut hören kann, spielt eher eine untergeordnete Rolle.

Ich kopiere mal meinen OP Bericht hier rein, vielleicht interessiert das ja jemanden....

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Operation
- Tympanoplastik (Verschluss einer Trommelfellperforation und Rekunstruktion der Gehörknöchelchen) mit Anlage einer Ohrradikalhöhle, ohne Implantation einer Prothese

OP-Bericht
Retroauriculärer Zugang, Darstellen des Planum mastoideums. Eröffnen der Radikahlhöhle. Mobilisieren der Höhlenauskleidung. Zurückschleifens des Höhleneingangs. Entfernen von reichlich Detritus. Ausschleifen von restlichen mit Granulation gefüllten Mastoidzellen. Abtragen der hinteren Gehöhrgangswand auf das Niveau des Gehörgangbodens. Abtragen der Mastoidspitze. Der Gehörgangseingang wird durch Knorpelresektion nach dorsal erweitert. Tympanoskopie. Die Pauke ist lufthaltig. In der ovalen Nische steht eine Amboßcolumella. Der Wechseldruck ist positiv. Bei audiologisch gutem Hörvermögen wird die Situation belassen. Eine sehr tiefe Retraktion supratubar wird mobilisiert und mit Knorpel gefüllt. Readaption des Trommelfells und der Höhlenauskleidung. Silikon, Marbagelan, schichtweise Wundverschluss. Steriler Verband.


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In einigen Wochen/Monaten gibt es ein Update von mir.

Grüße
Dan


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